Gender-Innovationen

Gender-Innovationen in den Sozial- und Geisteswissenschaften: Organisationen und Lehre im Fokus

Die Geschlechterforschung mit ihrer zentralen Erkenntniskategorie Gender wurde primär von Frauen initiiert und wird überwiegend von diesen betrieben. Ausgehend von dieser Annahme wird sie im Projekt „Gender-Innovationen“ als wissenschaftliche Innovationsleistung von Frauen und deren Beitrag zur wissenschaftlichen Exzellenz begriffen.

Am Beispiel der Fächer Politikwissenschaft, Soziologie, Wirtschaftswissenschaften, Geschichtswissenschaft und Philosophie wird herausgearbeitet, inwiefern die Beiträge von Frauen und ihre wissenschaftlichen Leistungen und Potenziale in Verbindung mit Gender als Thema und Erkenntniskategorie in den Sozial- und Geisteswissenschaften berücksichtigt werden und welche Anerkennung sie hierfür erfahren.

Im Projekt werden zwei empirische Untersuchungen bearbeitet und in ihren Ergebnissen zusammengeführt:

  • Fallstudien zu Organisationsbildungen von Frauen in den untersuchten Fächern, bspw. in Form von spezifischen Arbeitsgruppen bzw. Sektionen, dienen der Erforschung, wie Frauen und Gender als Thema und Erkenntniskategorie zur institutionellen, organisatorischen und epistemischen Weiterentwicklung sozial- und geisteswissenschaftlicher Fächer und Fachgesellschaften beitragen.
  • Ausgewählte sozial- und geisteswissenschaftliche Lehr- und Einführungsbücher der betreffenden Fächer werden daraufhin analysiert, ob und wie die genderbezogenen wissenschaftlichen Leistungen (einschließlich der diesbezüglichen Forschungsergebnisse von Frauen) Eingang in den jeweiligen fachwissenschaftlichen Kanon gefunden haben und in der Hochschullehre an Studierende vermittelt werden.

Eingebettet in das Forschungsprogramm der Situationsanalyse finden im Vorhaben verschiedene sozialwissenschaftliche Forschungsmethoden Anwendung, unter anderem Dokumentenanalyse und leitfadengestützte Expert*inneninterviews. Das empirische Material besteht aus Dokumenten, Interviews sowie ausgewählten Lehr- und Einführungsbüchern. Die Datenauswertung erfolgt mithilfe der quantitativen und qualitativen Inhaltsanalyse.

Das Vorhaben „Gender-Innovationen in den Sozial- und Geisteswissenschaften: Organisationen und Lehre im Fokus (Gender-Innovationen)“ wird von 2023 bis 2027 aus Mitteln des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) unter dem Förderkennzeichen 01FP22078 gefördert.

Projektleitung: Prof. Dr. Heike Kahlert, Lehrstuhl für Soziologie/Soziale Ungleichheit und Geschlecht der Ruhr-Universität Bochum

Weitere Informationen: www.gender-innovationen.de

Kontakt: info@gender-innovationen.de

© Heike Kahlert